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Unser Ortsverein

Geschichte des Ortsvereins Bad Oldesloe e. V. des Deutschen Roten Kreuzes von 1874 - 1984

Vorwort

In dem vorliegenden Büchlein ist die Geschichte unseres Ortsvereins in den vergangenen 110 Jahren aufgezeichnet. Wir haben uns dabei insbesondere darum bemüht, die Aufgaben und das Wirken des Oldesloer Traditionsvereins zu beschreiben sowie die Verdienste der ehrenamtlich Tätigen hervorzuheben. Leider stehen uns keine Aufzeichnungen aus dem Jahr 1874 zur Verfügung. Wir sind aber glücklich darüber, dass uns die Namen der Gründungsmitglieder überliefert sind. 

Die Geschichte des Ortsvereins zeigt, dass sich immer wieder Damen und Herren gefunden haben, die die Idee des Roten Kreuzes aufgegriffen und in Oldesloe und Umgebung auf vielfältige Weise in die Tat umsetzten. All diesen Damen und Herren gilt unser aufrichtiger Dank. 

Wir hoffen, dass mit dem im Jahre 1984 bezogenen neuen Haus in der Lübecker Straße 17 die Arbeit zum Wohle bedürftiger Menschen vertieft werden kann. Wir danken daher allen Mitgliedern und Förderern, die dazu beitrugen, dass dieses Gebäude nach vielen Jahren der Planung Wirklichkeit werden konnte. 

Unser Dank gilt auch allen Damen und Herren, die an der Erstellung des vorliegenden Büchleins mitgewirkt haben. Die Geschichte von 1874 - 1974 haben wir im Wesentlichen aus Aufzeichnungen, die Herr Heinrich Benzmann anlässlich der 100-Jahr-Feier des Ortsvereins zusammengestellt hat, entnommen. Für den 

Beitrag ORTSVEREIN BAD OLDESLOE E.V. 1984 haben wir Herrn Gerhard Schulz zu danken. Mein besonderer Dank gilt auch meiner engsten Mitarbeiterin Frau Affeldt, die in unermüdlicher Arbeit und mit viel Freude das Buch zusammengestellt und geschrieben hat. 

Ich habe die Hoffnung, dass der aus der Geschichte unseres Ortsvereins spürbare Geist der Humanität und der Hilfsbereitschaft sich auch in Zukunft fortsetzt. 

Bad Oldesloe, im September 1984 

Dr. Hans Lukas

Gründung 1874

Die Gründung des früheren "Frauenvereins zur Pflege der verschämten Armen und Kranken der Stadt Bad Oldesloe", die damals noch nicht offiziell "Bad" war, fand am 14. September 1874 statt. Die Entstehung des Vereins, der sich von Anfang an unter das Symbol des Roten Kreuzes stellte, hatte noch eine Vorgeschichte. Es bildete sich nämlich schon im Kriege 1870 - 1871 ein Frauenverein, der Verwundete und das Örtliche Militärlazarett unterstützen wollte. Doch der Feldzug ging zu Ende, ehe die Mittel verbraucht waren. Neben den 23 Toten des Kirchspiels gab es nur wenig Invaliden, die man hätte unterstützen können. Daher wurde beschlossen, den Rest des Geldes an Kranke und verschämte Arme zu verteilen. Und bei diesem mildtätigen Wirken reifte in den Oldesloern damals der Wunsch, den neuen Verein ins Leben zu rufen, zehn Jahre, nachdem Henri Dunant 1864 die Genfer Konvention des Roten Kreuzes herbeigeführt hatte. 

Im Oldesloer Landboten vom 14.09.1874 wurde ein Aufruf veröffentlicht, den wir im Folgenden in der damals gebräuchlichen Rechtschreibung wörtlich wiedergeben: 

Aufruf des Frauenvereins 

In den letzten Jahren ist die Pflicht, den notleidenden Nächsten zu helfen, der Menschheit immer mehr bewusst geworden, und die dienende Liebe hat die schönsten Früchte getragen und die herrlichsten Erfolge erzielt. Die verschämten Armen erhalten nicht bloß eine materielle Unterstützung, sondern es wird in ihnen das Gefühl erwirkt, dass sie nicht so allein und verlassen sind, wie sie glauben; den Kranken wird, wo möglich, zur Genesung geholfen und ihre Leiden tunlichst gelindert, so dass sie in der persönlichen Handreichung zugleich das Bewusstsein haben, dass ihrer in christlicher Liebe fort und fort gedacht wird; und die armen Säuglinge, um welche der Vater sich vielleicht gar nicht kümmert, von welchen die Mutter weit entfernt ist, genießen den Segen wahrer Kinderliebe von Unbekannten. 

Mag mitunter eine Gabe schlecht belohnt werden, mag oft der rechte Dank fehlen, mag auch zuweilen Unwürdigen etwas zuteilwerden; das darf uns nicht hindern, an unserem Teil zu tun, was Recht ist vor Gott und Menschen. 

Nachdem nun eine Versammlung von einigen Herren am 9. ds. Mts. Statuten zur Vorlage beraten hat, sind diese in einer öffentlichen Versammlung am 14. ds. Mts. in der Badeanstalt mit einigen unwesentlichen Veränderungen angenommen worden. Diese Versammlung war besucht von 23 Damen und 3 Herren, welche letztere bei der Konstituierung behilflich sein wollten. Wenn auch eine größere Versammlung erwünscht gewesen wäre, so musste doch fraglich erscheinen, ob ein erneuter Aufruf besseren Erfolg haben werde. In dieser Erwägung haben die Anwesenden beschlossen, einen "Frauenverein zur Pflege der verschämten Armen und Kranken der Stadt Bad Oldesloe" zu konstituieren, und haben die unterzeichneten zu ihrem Vorstand gewählt. Die Statuten werden demnächst veröffentlicht werden. 

So bitten denn wir darum, dass man uns mit vollem Vertrauen entgegenkomme, wie die Wählerinnen uns ihr Vertrauen geschenkt haben. Wir werden bestrebt sein, mit aller Kraft und Treue für die gute Sache zu wirken, die uns anvertraut ist.

Wir bitten die Bewohner und Bewohnerinnen unserer Stadt, auf die große Wichtigkeit der Sache zu sehen, die wir vorhaben; sie ist es wohl würdig, von Allen gefördert zu werden. Darum treten Sie ein in einen Verein, der so gerne alle guten Kräfte in sich vereinigen möchte. Treten Sie mit ein in die Bestrebungen, von welchen weder Fürsten noch Bürger sich zurückziehen dürfen. 

Wir hoffen umso mehr auf eine allgemeine Beteiligung, als der geringste Beitrag alljährlich einen halben preußischen Taler beträgt. Wir bitten aber, dass, wenn es die Mittel erlauben, ein höherer Beitrag gezeichnet werde und mehrere Mitglieder desselben Hauses eintreten, die Damen als aktive, die Herren als soziale Mitglieder des Vereins. Da halbjährlich gesammelt werden soll, ermächtigen wir unsern Vereinsboten Clasen, sofort den halben Jahresbeitrag in Empfang zu nehmen. 

Bad Oldesloe, den 17. September 1874 

Der Vorstand des Frauenvereins

Der Vorstand des DRK Bad Oldesloe um 1916. Sitzend (von links) Frau Axt, Frau Hansen (1. Vorsitzende), Frau Singelmann, Schwester Anna, Frau Stoffers, stehend Frau Dethloff, Frau Wulf, Frau Engelcke, Frau E. Sonder, Frau Dittmer., Frau Blunck, Frau Schmidt, Professor Hansen und Herr Suck. Frau Ströh und Pastor Ohrt fehlen auf dem Foto.

Fr. Dr. Berg, Fr. Claussen, Fr. Past. Evers,

Fr. Dr. Happe, Fr. Jaacks, Ida Jensen, Fr. Zollverw. Ketels, Fr. Niemeyer, Fr. Pöhls, Magdalena Relling, Marie Schmidt, Fr. Sonder, Past. Evers

Schriftführer: Dr. Happe

Stellv. des Schriftführers: Pöhls, Cassirer.

Erste Vorsitzende war Frau Happe, die Frau eines Arztes. Neben ihr waren im Vorstand 12 Damen tätig, die je einen Distrikt im Stadtgebiet zu betreuen hatten. Ferner amtierte als männliche Vorstandsmitglieder ein Schriftführer, ein stellv. Schriftführer und ein Kassierer. Im Jahre 1893 übernahm die Frau des bekannten Professors Reimer-Hansen, Frau Emma Hansen, den Vorsitz des Vereins. Sie amtierte bis zu ihrem Tode im Jahre 1923. 

Von 1893 ab wurde der Verein "Vaterländischer Verein" genannt und wurde als solcher eine Teilorganisation des Roten Kreuzes. Im Jahre 1899 wurde das 25jährige Jubiläum gefeiert. 

Bereits 1878 wurde die erste Gemeinde 10 Schwester eingestellt und 1896 eine Koch und Haushaltungsschule eingerichtet. Das St. Jürgen-Hospital wurde von der Gemeinde Schwester betreut. Vor dem 1. Weltkrieg war der Erwerb eines eigenen DRK-Heimes geplant, der aber durch die Kriegsereignisse unterblieb. 

1926 präsentierte sich folgender DRK-Vorstand dem Fotografen: Sitzend (von links) Frau E. Sonder (1. Vorsitzende), Frau Axt, Frau Singelmann und Frau Blunck, stehend Schwester Anna, Pastor Ohrt, Frau Bartholl, Frau Buck, Frau Dittmer, Frau Baden, Frau Dethloff, Herr Suck und Schwester Catherine Andresen. Frau Knüppelholz fehlt auf dem Bild.

Der Oldesloer Magistrat richtete 1918 folgendes Schreiben an den Verein: 

Dem Vaterländischen Frauenverein sprechen wir zu der 25. Wiederkehr des Tages, an dem der 1874 gegründete Verein an den Vaterländischen Frauenverein angeschlossen wurde, unseren herzlichsten Glückwunsch, unsere Anerkennung und unsere Dankbarkeit für seine außerordentlich segensreiche Tätigkeit auf dem Gebiet der Armen- und Krankenpflege und sozialen Fürsorge aus. Wir haben beschlossen, als Zeichen des Interesses für die Bestrebungen des Vereins demselben anlässlich seines Jubiläums den Betrag von 200 Goldmark zu überweisen. Wir hegen den Wunsch und werden selbst aufrichtig bemüht sein, dass auch in Zukunft das gute Einvernehmen zwischen der städtischen Verwaltung und dem Verein zum Segen der so oft gemeinsamen Tätigkeit erhalten bleibt. 

Zum 50. Jubiläum des Vereins am 14.9.1924 richtete die damalige Vorsitzende des Frauen Vereins, Frau Gräfin von der Groeben, aus Berlin ein Dankes- und Anerkennungsschreiben an den Verein. Die Feier fand im Kurhaus statt. Der Verein hatte damals 306 Mitglieder. 

Als Nachfolgerin für die verstorbene Frau Hansen wurde Frau Esther Sonder 1923 zur Vorsitzenden gewählt und blieb dies bis 1935. 

Ein Beobachter hielt eine DRK-Übung in Bad Oldesloe aus dem Jahre 1934 mit der Kamera fest: Frau Ursinus, Frau Klüver, Grete Lund und Frau Ohlen (von links) benutzen die Trage.

Aufgrund der damaligen nationalsozialistischen Machtergreifung 1933 und der Einflussnahme auch auf das DRK trat der gesamte Vorstand 1935 einmütig zurück. Die NS-Verbände übernahmen die Wohlfahrts Tätigkeit. Das Rote Kreuz wurde lediglich mit dem Bereitschaftsdienst Betraut. Die damalige Vorsitzende, Fräulein Isebarn, wurde zur kommissarischen Leiterin des Zweigvereins Bad Oldesloe ernannt. Die Sanitätskolonne - der männliche Teil - des DRK wurde erst am 3. 11. 1926 aufgestellt. Deren 1. Vorsitzender wurde Bürgermeister Dr. Hayn, Stellvertreter Dr. Möllhausen. Die Kolonne hatte 1929 29 aktive und 84 außerordentliche Mitglieder. 

Im Jahre 1928 wurde zwischen der Direktion der Lübeck-Büchener Eisenbahngesellschaft, der auch die Strecke Hamburg - Lübeck gehörte, und der Sanitätskolonne ein Vertrag über "Hilfeleistung bei Eisenbahnunfällen" abgeschlossen. Entsprechende Übungen folgten. Auch um diese Zeit (1928) wurde eine Jugendrotkreuz-Gruppe gegründet. Dr. Hayn verstarb leider bereits 1931 an den Folgen seiner Verwundung aus dem 1. Weltkrieg. Zum Nachfolger wurde einstimmig 1932 Bürgermeister Kieling wählt. Kolonnenführer wurde Paul Max. 1934 gab es 44 aktive Mitglieder Neben zahlreich laufenden Übungen über Hilfsmaßnahmen bei Unfällen fand 1934 eine größere Übung im Forst Kneeden statt - gemeinsam mit den Nachbarn Tonnen von Ahrensburg, Sülfeld, Schmachthagen und anderen, sowie den Samariterinnen des Vaterländischen Frauenvereins. Besonders verdient gemacht hat sich als DRK-Arzt und später als Kreisverbandsarzt Dr. Möllhausen, der nach seinem Abgang 1934 zum Ehrenmitglied ernannt wurde. Nach Kriegsende bemühte sich Dr. Möllhausen 1947 um die Neugründung des DRK-Ortsvereins, nachdem vorher - 1945 - die Alliierten auch das DRK verboten hatten. 

 

Verpflegung von Hilfsbedürftigen

Die Tätigkeit des DRK-Ortsvereins in den beiden Weltkriegen bedarf einer besonderen Würdigung. 

Die Samariter der Sanitätskolonne (jetzt Helfer in der männl. Bereitschaft genannt) wurden in der Masse in den beiden Kriegen als Soldaten eingezogen und überwiegend in Sanitätseinheiten im Felde und in der Heimat eingesetzt. Die Samariterinnen (jetzt Helfe rinnen in der weibl. Bereitschaft genannt) fanden Verwendung in Lazaretten - auch in Bad Oldesloe - und besonders beim Bahnhofsdienst. Tag und Nacht kamen Truppen Transportzüge durch, deren Soldaten durch das Rote Kreuz betreut werden mussten. In den letzten Kriegsmonaten des 2. Weltkrieges wurden auch Flüchtlinge oder Bombengeschädigte versorgt, die auf der Durchfahrt waren oder hier in Bad Oldesloe untergebracht wurden. Es bot sich also ein weites Feld helfender Nächstenliebe und so mancher Soldat oder Zivilist wird sich noch dankbar dieser damaligen Betreuung erinnern. Ein schwarzer, trauriger Tag: der 24. April 1945, als die Stadt noch in den letzten Tagen des 2. Weltkrieges am Tage von britischen Flugzeugen bombardiert wurde und viele Hunderte von Zivilisten und Soldaten - es waren über 700 - den Tod dabei fanden und viele verletzt wurden. Zahlreiche Häuser waren zerstört oder stark beschädigt. Große Teile der Stadt boten ein trostloses Bild. Bewohner der Stadt, zufällig in Bad Oldesloe weilende Soldaten, Angehörige von Hilfsorganisationen - alle halfen mit, um die Verletzten zu bergen und die Toten zu begraben. Trümmer mussten beseitigt werden, um das Leben in der Stadt wieder in Gang zu bringen. Die äußere und innere Not war riesengroß - auch in der Stadt Bad Oldesloe, und viele helfende Hände wurden jetzt und in den folgenden Monaten gebraucht. Die Männer und Frauen vom Roten Kreuz haben sich in diesen schweren Jahren bei der Kriege - jeder an seiner Stelle - aufs Beste bewährt. 

Neugründung 1947

Der Vorstand anlässlich der 80-Jahr-Feier des Ortsvereins 1954 von links: Herr Dr. Stumpf, Frau Dr. Barth, Frau Hayn, Frau Knuth, Herr Benzmann, Frau Sonder, Frau Petersen

Die Wieder-Gründungsurkunde vom 26.2.1947 enthält folgende Namen: 

Dr. Möllhausen, Paul Max, H. Neubauer, E. Harms, Ida Petersen, M. Müller, A. Sonder, Hanna Lang, Catharina Knuth, E. Girgensohn, Rosa Voss, A. Hase und E. Schuster. 

Die Hauptaufgaben des Ortsvereins waren zunächst die Linderung der Nachkriegs Schäden durch Arbeit in der Wohlfahrtspflege, Kleinkinderspeisung, Spendenverteilung, Betreuung von Flüchtlingen und Ausgebombten, Heimkehrer Betreuung sowie die Ausbildung der weiblichen und männlichen Bereitschaft. 

Der Vorstand des DRK-Ortsvereins Bad Oldesloe um 1956: in der vorderen Reihe sitzend (von links) Frau Busemann, Frau Petersen, Frau Hayn und Frau Knuth, dahinter Schwester Marie-Luise, Frau Dr. Barth, Frau Sonder und Bereitschafts Führerin Schuster, ganz hinten Dr. Stumpf, Bereitschaftsführer Hormann und Schriftführer Benzmann.

1954 wurde Frau Lisa Hayn - bereits seit Ende der 20er Jahre im aktiven Einsatz beim DRK und auch während des 2. Weltkrieges im Bahnhofsdienst tätig - zur 1. Vorsitzenden gewählt und blieb dies bis 1968, wo sie ihr Amt aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste. Aufgrund ihres so lange währenden Einsatzes im DRK wurde sie bei ihrem Ausscheiden einstimmig zur Ehrenvorsitzenden gewählt. Sie starb 1973 in Schleswig, wohin sie zu ihren Schwestern gezogen war, und wurde in Bad Oldesloe beigesetzt. 

Selbstgebaute Sanitäts Baracke in Hammoor

Heinrich Benzmann 1954 in den Vorstand sowie auch Gustav Toosbuy als Schatzmeister für die bisherige Schatzmeisterin Frau Delfs. 

Zum Vorstand gehörten 1959 außerdem: 

Frau H. Klüver, Frau Dr. Barth, Frau Busemann, Frau Sonder, Frau Petersen, Frau Siebert und die Herren Dr. Stumpf (DRK-Arzt), Hurst (JRK) und Emil Ragowski, kurz danach Herbert Wulf (männl. Bereitschaft). 

Bald wurde der Suchdienst dem DRK übertragen, der das Schicksal der vielen vermissten Soldaten aus dem 2. Weltkrieg klären sollte. Auch hier in Bad Oldesloe konnte so manches Schicksal nach mühseliger Kleinarbeit und durch treue Mitarbeiter aufgeklärt werden. Rührend war dabei der selbstlose Einsatz von Frau und Herrn Toosbuy. Neue Aufgaben kamen im Laufe der nächsten Jahre hinzu: die Durchführung der Mütter Verschickung sowie die Paketverschickung nach Polen und anderen Ostblockstaaten. Der immer stärker werdende Verkehr auf der BAB Hamburg - Lübeck machte ab 1960. die Einrichtung einer Unfallrettung Stelle notwendig. So wurde in Hammoor 1962 in harter Eigenarbeit durch Hugo Barg und andere Helfer eine Baracke gezimmert und aufgestellt. Später kam noch die Unfall Rettungsstelle an der BAB in Reinfeld hinzu. Durch den Ausbau der B 404 von Kiel über Hammoor nach Trittau (später weiter nach Lüneburg) wuchs die Bedeutung der DRK-Unfall Rettungsstelle in Hammoor. Heute steht hier - eingeweiht am 14. September 1974 - ein modernes festes Haus, dessen Bau durch Spenden von Gemeinden und freiwilligen Beiträgen der Ortsvereine ermöglicht wurde. Hammoor und Reinfeld werden in den Sommermonaten von freiwilligen Helferinnen und Helfern aller Züge der Kreisbereitschaft Stormarn im wechselnden Einsatz an den Wochenenden besetzt. 

Am 14. September 1974 konnte die neue Unfallrettungsstelle bei Hammoor eingeweiht werden. Sozialminister Karl Eduard Claussen (am Pult) sprach zu den Mitgliedern des DRK und zahlreichen geladenen Gästen.

Emil Ragowski war als Leiter der männl. Bereitschaft wesentlich am Aufbau des Rettungsdienstes an der Autobahn beteiligt. Zusammen mit der Polizei und der Feuerwehr schuf er einen Rettungsdienst im Kreise Stormarn, der vorbildlich für die Bundesrepublik werden sollte. Auch setzte er sich, zusammen mit dem Kreisbrandmeister Poschmann und Ortswehrführer Oellrich, schon früh für den Rettungsdienst aus der Luft ein. Später wurde Ragowski Kreisbereitschaftsführer und übernahm eine hauptamtliche Tätigkeit bei der Blutspendezentrale Lütjensee in der Abtlg. Werbung. 

Zahlreiche Übungen für den Katastropheneinsatz wurden im Laufe der Jahre von den Bereitschaften des Kreises Stormarn zusammen mit den Nachbarkreisen und den Feuerwehren durchgeführt. 

Gemeinsame Übung DRK und Feuerwehr

Die Sturmflutkatastrophe 1962 gab Gelegenheit, das Können zu zeigen. So kamen auch von Bad Oldesloe Helfer und Helferinnen zum Einsatz nach Hamburg und an die Westküste Schleswig-Holsteins. Ein Trupp mit der Besetzung Ragowski, Siebert, Janne, Lund und Claussen half an der Küste bei Meldorf in der Nähe von Heide. Weitere Trupps waren im Hamburger Raum im Hilfsdienst. Alle Teilnehmer bekamen in dankbarer Anerkennung ihres hohen Einsatzes eine Erinnerungsmedaille. Nach der Sturmflutkatastrophe wurde in einer spontanen Hilfsbereitschaft der Bevölkerung vom DRK eine Kleidersammlung durchgeführt, bei der sich Mitglieder des Ortsvereins und der Bereitschaft, darunter besonders Frau Scholz und Hugo Barg, aus zeichneten. Diese Kleidersammlung hat sich im Laufe der Zeit bewährt und wird auch heute noch mit Erfolg für Katastrophenfälle in aller Welt und für Bedürftige weitergeführt. 

Die Berliner Kinderverschickung - durch den Ortsverein organisiert - trug viele Jahre hindurch zur Verbundenheit mit Berlin und zur Freude dieser Kinder bei. Schon im Herbst 1959 wurde in der Kreisstadt Bad Oldesloe der Blutspendedienst eingerichtet. Er ist gedacht für Hamburger und Schleswig Holsteiner Krankenhäuser, die keine eigene Blutbank haben. Diese werden von der Blutspendezentrale Lütjensee mit Frischblut Konserven versorgt. Dieser Blutspendedienst fiel auf großes Verständnis bei der Bevölkerung der Stadt und der Nachbargemeinden. Vorbildlich war dabei die Hilfsbereitschaft der Freiwilligen Feuerwehren, die eigentlich den Grundstock zu den guten Spende Ergebnissen legten. Der ärztliche Dienst bei den jeweiligen Blutspendeterminen wurde von der Blutspendezentrale Lütjensee selbst durchgeführt, während die Verpflegung mäßige Betreuung der Spender in den Händen emsiger Helferinnen der Weiblichen Bereitschaft unter der Leitung von Frau Ragowski lag. 1973 waren es 830 Blutspender - eine beachtliche Zahl. Zu der Aus- und Weiterbildung der männlichen und weiblichen Bereitschaft, welche in dem Ausbildungsraum bei der Freiwilligen Feuerwehr - früher an der Hude, später in der Lübecker Straße - durchgeführt wurde, kamen verschiedene Lehrgänge hinzu, und zwar 

a) Lehrgänge in "Erster Hilfe" - durch die Volkshochschule organisiert und vom DRK durchgeführt - in den Wintermonaten in der Berufsschule. Hierbei ist Frau Ebell seit Jahrzehnten ehrenamtlich mit besonderem Erfolg tätig. Ferner Lehrgänge in "Erster Hilfe" bei den Feuerwehren und Verbänden, ebenso in Schulen. 

b) Lehrgänge über "Sofortmaßnahmen am Unfallort" für Führerscheinbewerber. 1973 haben 226 Personen daran teilgenommen. 

c) Lehrgänge in der "Krankenpflege" und "Häuslichen Krankenpflege" von Fall zu Fall. 

d) Sanitäts Ausbildungslehrgänge für den praktischen Sanitätsdienst für alle aktiven Helferinnen und Helfer. 

Die ärztliche Aufsicht lag dabei jahrelang in den Händen von Dr. med. Walter Stumpf. Für seine lange, verdienstvolle Tätigkeit als DRK Arzt wurde Dr. Stumpf mit dem DRK-Ehrenzeichen ausgezeichnet. 

Hugo Barg

Der Ortsverein bekam 1972 einen neuen VW Unfall Rettungswagen, der im Feuerwehrhaus in der Lübecker Straße untergebracht wurde. Ein Funkgerät - Wenig Kanalgerät - war ein gebaut. Ein Beatmungsgerät war 1974 noch nicht vorhanden. 1973 brachte der Unfallwagen 27-mal Erste Hilfe bei 2.700 Fahrkilometern. Die aktiven Helfer und Helferinnen leisteten 3.845 Einsatzstunden. 

Hugo Barg wurde bei der Jahreshauptversammlung 1973 für 40 jährige treue Dienste als aktiver Helfer im DRK mit der goldenen Ehrennadel ausgezeichnet. Frau Käthe Siebert erhielt bereits 1966 für ihren außergewöhnlich hohen Einsatz in der DRK-Bereitschaft die Leistungsspange in Silber. 

Etwa 20 Jahre alt ist dieses Foto. Es handelt sich um den ersten Altenklub-Kaffe, den das DRK im Gemeindehaus am Berliner Ring ausrichtete. Erma Markmann (ganz links) bietet Zigarren an, Ida Petersen (rechts im Hintergrund) überwacht die Szene.

Eine weitere Aufgabe für den Ortsverein war die Altenbetreuung in Gemeinschaft mit den anderen Wohlfahrts verbänden - ev. Frauen Hilfe und Arbeiterwohlfahrt (Awo) - in wechselnder Folge. Diese Arbeit für die ältere Generation erwiesen Menschen rührender hat und ihr sich als sehr segensreich den alten, oft einsamen Schicksal erleichtert. In rührender Weise war hier jahrelang Frau Genzken tätig. Sie gab viele Anregungen für aktive Mitarbeit der Senioren (Wandern, Basteln, Singen usw.). Ihr Ausscheiden wurde von allen mit größtem Bedauern und sogar mit Tränen ihrer "Schützlinge" aufgenommen.

Gustav Hafemann im Kreise seiner Senioren

Ihr Nachfolger wurde Gustav Hafemann unter Mitarbeit von Frau Möller. Mit Elan und viel Engagement hat Gustav Hafemann diese Aufgabe übernommen, getreu seinem Motto: Snacken köönt wi alltohoop, aver up dat Doon, dor kümmt dat up an!" Für die im Frühjahr und Herbst j. J. stattfindenden Straßensammlungen, die zur Durchführung der vielfältigen Aufgaben im sozialen Bereich notwendig sind, fiel es immer schwerer, die notwendigen Sammler bzw. Sammlerinnen zu finden. Trotz eines Bestandes von mehr als 700 Mitgliedern war die Zahl der aktiven Helfer dagegen verhältnismäßig niedrig. in mehreren Stadtbezirken konnte nicht gesammelt werden, da dafür Kräfte fehlten. Selbst Führungskräfte standen nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung. So konnte eine verantwortliche Stelle im Vorstand nicht besetzt werden. Wäre die Gebefreudigkeit der Bevölkerung nicht immer so groß gewesen, hätte das Rote Kreuz seine umfangreichen und vielfältigen Aufgaben niemals so durchführen können. Erfreulicherweise hatten sich im Juni 1971 wieder Jugendliche gefunden und ein Jugendrotkreuz gebildet, das unter der tatkräftigen Leitung von Harry Jürgen stand. Als Ziel der vielfältigen Gruppenarbeit haben sich die Jugendlichen die "Erste Hilfe" gestellt. Außerdem wurden an den Gruppenabenden, die jeden Mittwoch von 18 - 20 Uhr in der Jugendherberge stattfanden, Gesellschaftsspiele, Filmvorführungen, Ausbildung mit Karte und Kompass sowie Diskussionen über aktuelle Themen durchgeführt. An vielen Wochenenden im Sommer ging die Gruppe auf Fahrt, um einige Tage im Zelt zu verleben. Einige Jugendliche beteiligten sich auch beim Spielmannszug des JRK Stormarn, der bei der 100-Jahr-Feier am 2.11.1974 auf dem Exer sein können zeigte.

Schwester Judith

Mit Umsicht und Liebe versah Schwester Judith von 1960 bis 1980 als hauptberufliche DRK-Gemeindeschwester ihren verantwortungsvollen Dienst. 20 Jahre lang war Sie bei Wind und Wetter mit dem Mofa unterwegs, um Kranken und Pflegebedürftigen zu helfen. Zum Nachfolger von Frau Lisa Hayn wurde 1968 Oberamtsrichter i. R. Dr. Walter Gelhausen einstimmig zum 1. Vorsitzenden gewählt. 
Unter seiner Führung hat sich der Mitgliederbestand wesentlich erweitert. Sein besonderes Anliegen war die Errichtung und Finanzierung der Schwesternstation, um die Versorgung der Kranken sicher zu stellen. Um dieses Ziel zu erreichen, hat er einen Kooperationsvertrag mit der Kirche abgeschlossen. Daneben organisierte er die Aktion "Essen auf Rädern". 

Dr. Walter Gelhausen Vorsitzender des Ortsvereins von 1968 bis 1980 ab 1980 Ehrenvorsitzender

In seine Dienstzeit fiel die 100-Jahr-Feier des Ortsvereins, die er maßgeblich gestaltet hat. 

Mit Umsicht und Liebe versah Schwester Judith von 1960 bis 1980 als hauptberufliche DRK-Gemeindeschwester ihren verantwortungsvollen Dienst. 20 Jahre lang war sie bei Wind und Wetter mit dem Mofa unterwegs, um Kranken und Pflegebedürftigen zu helfen. Dr. Gelhausen hat sich stets dafür eingesetzt, den in Not geratenen Mitmenschen zu helfen. Es ist ihm dabei immer wieder gelungen, die erforderlichen Finanzierungsmittel durch Beiträge und Sammlungen sicherzustellen. in den Ausgaben für den eigenen Ortsverein war Dr. Gelhausen zugunsten der Hilfsbedürftigen immer äußerst sparsam. 

Der Vorstand setzt sich 1974 wie folgt zusammen: 

Dr. Walter Gelhausen                    1. Vorsitzender

Frau Annemarie Ebell                   stellv. Vorsitzende 

Heinrich Benzmann                      Schriftführer

Günther Möllhausen                     Schatzmeister 

Dr. med. Korinth                            DRK-Arzt 

Frau Lisa Merk                              Sozialarbeit

Frau Irmgard Kaschner                 weibl. Bereitschaft

Joachim Buhse                               männl. Bereitschaft 

 

Weitere aktive Helfer: 

Frau Magdalene Kunze                Kleiderstube

Frau Anita Ragowski                     Blutspendedienst 

 

Harry Jürgen                                   Jugendrotkreuz 

Gustav Toosbuy

Zu Ehrenmitgliedern wurden ernannt: 

vom Landesverband: 

Frau Harriet Klüver in dankbarer Anerkennung ihrer langjährigen, unermüdlichen und ehrenamtlichen Arbeit für den Ortsverein und für den Kreisverband Stormarn, 

vom Ortsverein:

Herr Gustav Toosbuy für seine verdienstvolle Tätigkeit in 17 Jahren als Schatzmeister. 

Herr Toosbuy wurde auch mit dem DRK-Ehrenzeichen ausgezeichnet. 

Zur 100-Jahr-Feier des Ortsvereins 1974 wurden folgende Jubiläumsveranstaltungen durchgeführt: 

Mittwoch, 30. Oktober 

15.00 Uhr Gemeindehaus Altenkklub am Berliner Stunde Ring 

-Feier_

Freitag, 1. November 

20.00 Uhr Stormarnhalle

Großes Militärkonzert 

Sonnabend, 2. November 

10.00 Uhr Alter Friedhof 

Kranzniederlegung am Ehrenmal durch eine Abordnung 

11.00 Uhr Stormarnhalle 

Feierstunde für DRK Mitglieder und geladene Gäste mit einer Ansprache des Präsidenten des DRK Schleswig-Holstein, Minister a.D. Dr. Schlegelberger 

13.00 Uhr Exer 

Öffentliche Essenausgabe aus der DRK Feldküche, außerdem Platzkonzert des JMK, 

14.00 Uhr Exer 

"Tag der offenen Tür! Wagen- und Geräteschau der DRK-Bereitschaften Stormarn - Hubschrauber - Ballonwettfliegen für Kinder mit Preisen - Auftritt des Spielmannszuges des Jugendrotkreuzes Kreis Stormarn 

20.00 Uhr Oldesloer. Hof 

Bunter Abend mit Tanz und Tombola unter Mitwirkung des Oldesloer Männerchors von 1844 

Der Präsident des DRK Landesverbandes und Vizepräsident des DRK-Bundespräsidiums, Minister a.d. Dr. Hartwig Schlegelberger, bei seiner Festansprache in der Stormarnhalle.

Ortsverein Bad Oldesloe e. V. 1984

In den 10 Jahren, die seit dem 100 jährigen Jubiläum der Rot-Kreuz-Arbeit in Bad Oldesloe vergangen sind, hat der DRK-Ortsverein seine Tätigkeit im Bereich seiner Satzungsgemäßen Aufgaben kontinuierlich fortsetzen können. In dieser Zeit ist das Arbeitsgebiet des Oldesloer DRK über die Stadtgrenzen hinaus erweitert worden und erstreckt sich jetzt auch auf die neun Gemeinden des Amtsbezirkes Bad Oldesloe-Land. Es sind dies die Gemeinden Grabau, Lasbek, Meddewade, Neritz, Pölitz, Rethwisch, Rümpel, Steinburg und Travenbrück. 

Eine besondere Bedeutung kommt derzeit der persönlichen Betreuung älterer Menschen bei Krankheit und Pflegebedürftigkeit zu. Das Rote Kreuz sieht daher gegenwärtig einen Schwerpunkt seiner Arbeit auf dem Gebiet der Kranken- und Hauspflege, die es ermöglichen soll, dass diese Mitbürger in ihrer eigenen Wohnung verbleiben und auf die Umsiedlung in ein Heim verzichten können. Daneben werden selbstverständlich die traditionellen Tätigkeitsbereiche des DRK nicht vernachlässigt. 

Am 14.4.1980 wurde Dr. Hans Lukas zum neuen Vorsitzenden des Ortsvereins und gleichzeitig Dr. Walter Gelhausen zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Der Vorstand des DRK-Ortsvereins setzt sich 1984 wie folgt zusammen: 

Dr. Hans Lukas                                1. Vorsitzender

Frau Annemarie Ebell                       Stellv. Vorsitzende 

Frau Käthe Rundshagen                   Schriftführerin 

Werner Relling                                 Schatzmeister 

Frau Heike Kröger                           weibl. Bereitschaft

Wolfgang Kröger                             männl. Bereitschaft 

Frau Rena Hafemann                       Sozialarbeit

Gustav Hafemann                            Seniorenbetreuung

Frau Rita Helwes                              Blutspendedienst 

Frau Margarethe Vetter                     Kleiderkammer 

Für die Betreuung von Kranken und Pflegebedürftigen stehen zur Verfügung: 

Frau Ilse-Maria Ross                         Gemeinde Schwester 

Frau Claudia Scheffler                       Gemeindeschwester

Frau Gabriele Diederich                     Kranken-u.Hauspflege   

Der Vorstand 1984, von links: Herr Hafemann, Frau Hafemann, Frau Rundshagen, Frau Ebell, Frau Ross, Frau Vetter, Herr Relling, Frau Otto, Herr Dr. Lukas, in der Tür stehend: Frau Diederich, Frau Kröger, Herr Kröger Frau Scheffler fehlt auf dem Bild

Eine weitere aktive Mitarbeiterin war Frau Ella Baden. Die Organisation der Haussammlungen lag von 1974 - 1983 in ihren bewährten Händen. Fast 10 Jahre lang hat Frau Elisabeth Weise in der Kleiderkammer gearbeitet, bevor sie sich 1983 mit 82 Jahren aus Altersgründen vom aktiven Dienst zurückzog. Ihre Nachfolgerin wurde Frau Vetter, unter Assistenz von Frau Lutter. Nachdem Frau Irmgard Kaschner 1978 ihre Aufgabe als Zugführer der weibl. Bereitschaft nach 10 Jahren an Frau Kröger übergeben hat, hat sie Herrn Hafemann bei der Senioren-Betreuung unterstützt. u. a. hat sie Kurse "Bewegung bis ins Alter' geleitet, die bei den Senioren sehr beliebt waren. Ihre Nachfolgerin wurde 1983 Frau Helga Otto. Neben der Gymnastikgruppe "Tanzen mit Senioren" von Hartkopf durchgeführt. Dass die Arbeit des Roten Kreuzes in Bad Oldesloe nach wie vor von großen Teilen der Bevölkerung mitgetragen wird, beweist zum einen die Tatsache, dass sich noch immer aktive Helfer für diesen freiwilligen und ehrenamtlichen Dienst am Nächsten gefunden haben. Zum anderen spricht hierfür auch die starke Zunahme der Mitgliederzahl des DRK-Ortsvereins von etwas mehr als 700 im Jahre 1974 auf weit über 1.900 im Jahre 1984. Die Bereitstellung von für die DRK-Arbeit geeigneten Räumen ist in der Nachkriegszeit auf größte Schwierigkeiten gestoßen; hatte doch die Stadt Bad Oldesloe unter den Nachwirkungen des Zweiten Weltkrieges doppelt zu leiden, nämlich einmal durch den Verlust von mehr als einem Viertel seiner Gebäude und zum anderen durch den gleichzeitigen Zustrom von mehreren tausend Flüchtlingen. Die daraus resultierende Knappheit an Wohnraum wie auch an gewerblichen Räumen musste die Raumbeschaffung für das DRK naturgemäß sehr erschweren. Die Folge dieses sich nur langsam besser denn Zustandes war der häufige Wechsel der zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten. "Wir haben das Umziehen gründlich gelernt", klagte denn auch zu Recht der langjährige DRK-Helfer Hugo Barg in der Jubiläumsfestschrift von 1974. Dass er nicht übertrieben hat, zeigt die nachstehende Übersicht über die verschiedenen Nachkriegsstationen des DRK in Oldesloe.

Gebäude vor der Sanierung, Hinteransicht

Die ersten bescheidenen Räume wurden dem DRK nach dem Kriege in der "Freibank" in der Hagenstraße zugewiesen, einem kleinen Nebengebäude des Stadthauses, das vielen Oldesloern auch als ehemalige Polizei wache bekannt war. Als dieses Gebäude dem Stadthaus-Anbau weichen musste, fand das Rote Kreuz vorübergehend Unterkunft in der ehemaligen Polizeiwache im Blauen Haus. Von dort: Umzug in das Gebäude am Bürgerpark, in dem sich jetzt die Jugendfreizeitstätte befindet, dann weiter in Räume der Stadtschule und schließlich in die Kurpark Baracke. Auch hier war aber ein Verbleiben auf Dauer nicht möglich, die Baracke konnte naturgemäß nur ein Provisorium sein. Sie ist inzwischen auch abgebrochen worden. Der Ortsverein erhielt vorübergehend einige Räume in der Hamburger Straße. Es versteht sich, dass die häufigen Umzüge für die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer des DRK nicht gerade förderlich waren. Aber das gehört nun der Vergangenheit an, denn das DRK in Bad Oldesloe hat jetzt zum ersten Mal in seiner Geschichte ein eigenes Gebäude bekommen. Wie es dazu kam? Nun, im Zuge der geplanten Sanierung des Gebietes Lübecker Straße / Pferdemarkt hat die Stadt vor einiger Zeit u. a. das Haus Lübecker Straße 17 übernommen, einen vermutlich Mitte des 19. Jahrhunderts errichteten zweigeschossigen frontseitig verputzten Ziegelstein-Breit bau. Dieser war ziemlich heruntergekommen und schien eigentlich reif zum Abbruch. Doch da glücklicherweise die Zeiten vorbei sind, in denen Sanierung noch schlicht Abbruch und Kahlschlag bedeutete, machte man sich im Stadtbauamt Gedanken darüber, ob es sich nicht lohnen würde, das alte Gemäuer zu erhalten. Diese Überlegungen er hielten weiteren Auftrieb, als sich heraus stellte, dass das Haus eine gewisse stadtgeschichtliche Bedeutung hatte. In ihm war nämlich die Oldesloer Poststelle untergebracht, bis sie im Jahre 1889 in das heutige: Postamt am Markt Umzug. So gelang es, beim Landesamt für Denkmalpflege zu erreichen, dass das Haus in der Lübecker Straße als erhaltenswertes Kulturdenkmal im Sinne des Städtebau Förderungsgesetzes anerkannt wurde. 

Gebäude nach der Sanierung, Vorderansicht

Damit war der Weg frei für eine Erhaltung und Modernisierung des Gebäudes zu günstigen Bedingungen. Der DRK-Ortsverein erkannte den Wert dieses Gebäudes für seine Arbeit und nahm daher Verhandlungen mit der Stadt über den Kauf des Gebäudes auf. Am 14.9.1983 wurde der Kaufvertrag abgeschlossen. Er enthält die Verpflichtung, das Haus unter Erhaltung der geschützten Gebäudeteile, wie Z.B. der Fassade, der Treppe und der Stuckfriese, zu restaurieren. Die erforderlichen Sanierungsarbeiten wurden noch im Herbst 1983 vergeben. Sie sind inzwischen abgeschlossen, so dass am 8. Mai 1984, dem Weltrotkreuztag, die Einweihung stattfinden konnte. 

Renovierter Treppenaufgang

Das von Grund auf erneuerte Gebäude enthält in den beiden Obergeschossen insgesamt vier Wohnungen. Die Räume im Erdgeschoß einschl. Anbau mit insgesamt ca. 140 m2 stehen dem DRK-Ortsverein für seine eigenen Zwecke zur Verfügung. Außer dem Anbau, in dem die Kleiderkammer untergebracht wurde, handelt es sich um Räume für die Geschäftsstelle des Ortsvereins, einen Mehrzweckraum, der gemeinsam von der Bereitschaft, dem Jugendrotkreuz und der Schwesternstation genutzt wird, und dem aus zwei früheren Wohnräumen geschaffenen großen Raum, der durch die renovierte Stuckdecke seinen besonderen Schmuck erhielt und als Veranstaltungsort vorgesehen ist. So hat denn das ewige Um ziehen für den DRK-Ortsverein Bad Oldesloe und seine Helfer ein Ende gefunden. Es ist zu hoffen, dass wir in Bad Oldesloe mit dem Gebäude Lübecker Straße 17 ein endgültiges Heim gefunden haben. 

Grundschulchor der Klaus-Groth-Schule, Bad Oldesloe mit Chorleiter Rainer Szczygiel

Das neue Gebäude wurde im Rahmen einer Feierstunde am 8. Mai 1984 eingeweiht. Für einen musikalischen Einstieg sorgte der Grundschulchor der Klaus-Groth-Schule, mit Chorleiter Rainer Szczygiel an der Gitarre, durch einen gekonnten Liedervortrag. 

von links: Bürgermeister Baethge, Ortsvereinvorsitzender Dr. Lukas, Dr. Harmann, Landrat Dr. Becker-Birck, Landesgeschäftsführer Dr. Uebelhoer

Anwesend waren auch zahlreiche Repräsentanten von befreundeten Organisationen, so der Gemeindewehrführer Schlüter und Ortswehrführer Möller für die Feuerwehr, der VfL-Vorsitzende Busch, der Ehrenvorsitzende des Arbeiter Samariterbundes Dr. Klingner und der Vorsitzende Johann Hinrich Vollstedt und Matthias Drews vom Techn. Hilfswerk. Auch die Kirche war mit Pastor Bahnemann und Pastor Beuke vertreten. In seiner Begrüßung bezifferte Dr. Lukas die Kosten des Projektes auf rd. 1 Mio DM, die nur zu finanzieren gewesen seien durch verschiedene Zuschüsse, verbilligte Darlehen sowie Eigenmittel und erhebliche Eigenleistung gen, insbesondere der Bereitschaft. 

Bereitschaft 1984. Von links, sitzend Ralf Krüger, Jan Kieb, Heike Kröger (Zugführer), Rita Helwes, Erna Müller, Thomas Fricke, Wolfgang Kröger (Zugführer), stehend: Werner Raddatz-Funk, Holger Wrobel, Sonja Funk, Thomas Walther, Kirsten Reinecke, Detlef Poch, Christiane Knapp, Olaf Claussen. Es fehlen: Beate Laatzen, Kornelia Fricke, Torsten Schröder, Thorsten Heins, Andreas Baltrusch, Hans-Dieter Witt, Ehepaar Gollan, Eckart Harm, Wera Warnke, Sonja Timsries, Frau Ebell, Frau Augustin, Frau Gätjens, Herr Jess.

Anwesend waren auch zahlreiche Repräsentanten von befreundeten Organisationen, so der Gemeindewehrführer Schlüter und Ortswehrführer Möller für die Feuerwehr, der VfL-Vorsitzende Busch, der Ehrenvorsitzende des Arbeiter Samariterbundes Dr. Klingner und der Vorsitzende Johann Hinrich Vollstedt und Matthias Drews vom Techn. Hilfswerk. Auch die Kirche war mit Pastor Bahnemann und Pastor Beuke vertreten. In seiner Begrüßung bezifferte Dr. Lukas die Kosten des Projektes auf rd. 1 Mio DM, die nur zu finanzieren gewesen seien durch verschiedene Zuschüsse, verbilligte Darlehen sowie Eigenmittel und erhebliche Eigenleistung gen, insbesondere der Bereitschaft. Besonders herausgestellt wurde der große Arbeitseinsatz des Ehepaares Kröger, das immer wieder mit gutem Beispiel vorangegangen sei und die Hauptarbeit neben den sonstigen Helfern geleistet habe. 

Präsident Dr. Schlegelberger ehrt Frau Christine Stoltenberg für 50 jährige Mitgliedschaft

Rena Hafemann schließlich habe für das leibliche Wohl der freiwilligen Helfer gesorgt. in ihren Grußworten gingen Landrat Dr. Becker Birck und Bürgermeister Baethge auf die vielfältigen Aufgaben des Deutschen Roten Kreuzes und die Berührungspunkte zwischen dem Kreis bzw. der Stadt und dem Roten Kreuz ein. Sie hoben übereinstimmend die Bedeutung des ehrenamtlichen Elementes hervor. Der DRK-Kreisvorsitzende, Dr. Haarmann, bezeichnete eine gute Unterkunft als die Grundlage einer erfolgreichen Arbeit. Einige grundsätzliche Gedanken zur Arbeit des Roten Kreuzes führte der Präsident des DRK Landesverbandes, Dr. Schlegelberger, in seiner Festrede aus. Er betonte, dass durch die praktische Arbeit vor Ort die Prinzipien des Roten Kreuzes in der gesamten Welt verbreitet seien. Ohne den leider etwas in Vergessenheit geratenen Grundsatz der Brüderlichkeit sei ein Weltfriede nicht denkbar.

Annemarie Ebell

Mit einer Rede in Versform, die wir nachstehend wörtlich wiedergeben, bedankte sich die stellv. Vorsitzende, Annemarie Ebell, für die freundlichen Grußworte und die Ansprache des DRK-Präsidenten Dr. Schlegelberger. 

Zum Dank an alle unsere Gäste gestattet mir ein Wort zum Schluss: Die Vielfalt herzlichen Gedenkens ein herzlich Echo finden muss. 

Wir danken allen drum, die heute mit uns begehen diesen Tag, und wünschen uns, dass auch in Zukunft man unsern Weg begleiten mag. 

Wir danken für die lieben Worte Ihnen, Herr Landrat Dr. Becker-Birck, als DRK-Vereinsmitglieder im Oldesloer Ortsbezirk. 

Auch Ihnen, unseren Bürgermeister, Herr Baethge, gilt der Dank dafür; und Ihnen Dank, Herr Dr. Haarmann, der für den Kreisverband sprach hier. 

Besonders danken wir dem Redner, der uns den Weg ins Morgen wies, Herrn Dr. Hartwig Schlegelberger, der uns den Weg erkennen ließ, 

den Weg der Pflicht und den der Hilfe, der heute von dem frohen Fest uns in die Arbeit jeden Tages für alle Menschen neu entlässt. 

Das ist des heutigen Festes Anlass und ist der Feier eigner Sinn: 

im Dienst für andre fortzufahren in frohgemutem Neubeginn. 

Zum Schluss nach allen guten Worten fällt mir ein kleines auch noch ein: der Ortsverein lädt, liebe Gäste, zu einem kleinen Imbiss ein und bittet froh Sie und gemütlich bei uns in unserm Haus zu sein. 

Frau Annemarie Ebell ist bereits seit 1943 aktiv im DRK-Ortsverein tätig. Seit 1972 ist sie stellv. Vorsitzende. Neben Erste-Hilfe Kursen organisiert sie seit 1983 auch die Haussammlungen. 

Viel Spaß als Drehorgelfrau hatte Margarete Vetter beim Tag der offenen Tür im neuen DRK-Haus

Zum 17.5.1984 wurden alle Sammlerinnen sowie Helferinnen bei der Seniorenbetreuung und beim Blutspendedienst eingeladen, um ihnen die neuen Räume vorzustellen. 39 von ihnen sind der Einladung gefolgt. Sie wurden mit Kaffee und Kuchen bewirtet. 

Am "Tag der offenen Tür', am 19. 5.: 1984, strömten zahlreiche Besucher in das neue DRK Haus. Vor der Haustür wurden sie von Drehorgelmusik empfangen. Als "Drehorgelfrau" hatte Margarete Vetter viel Spaß. An mehreren Städten gab Viel Spaß als Drehorgel Frau hatte Margarete es Pro Vetter beim Tag der offenen Tür im neuen Aspekte, kleine Aufmerksamkeiten wie Luftballons oder "Krankenschwestern" als Schlüsselanhänger. Auf einem kleinen Basar wurden Handarbeiten angeboten. Zum Programm gehörten ferner eine fachkundige Blutdruckmessung und Prüfung des Gewichtes - ein Angebot, das von den Besuchern besonders gern in Anspruch genommen wurde. 

Der Dienst im Roten Kreuz ist auch heute noch ehrenamtlich. Darauf sind alle Helferinnen und Helfer stolz. Nur die notwendigen Aufwendungen werden erstattet. In der heutigen Zeit, wo man allgemein aufs "Verdienen" aus geht, ist diese selbstlose Haltung des "Dienens" am Nächsten bei den aktiven Mitgliedern besonders anerkennenswert. 

Möchte dieser bescheidene und in der Stille wirkende Einsatz aller Helferinnen und Helfer auch in der Zukunft im Geiste seines Gründers Henry Dunant weiterleben und immer wieder junge Menschen begeistern. 

Das Rote Kreuz hilft 

Altenerholung                                               Altenheime

Blutspendedienst                                           Erste Hilfe

Familienzusammenführung                             Gesundheitsdienst

Katastrophenschutz                                       Kindererholung

Krankenpflege                                               Krankentransport

Müttergenesung                                            Sozialarbeit

Suchdienst                                                    Unfallrettungsdienst